Tätigkeitsbericht und Justizverwaltungsbericht 2025 in neuem Doppelformat

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) veröffentlicht den Tätigkeitsbericht und den Justizverwaltungsbericht für das Geschäftsjahr 2025. Im Sinne des von Staatssekretär Schellhorn im Dezember 2025 eingebrachten Entbürokratisierungspakets der Bundesregierung (Maßnahme Nr. 69) erscheinen die beiden Berichte erstmals in einer verbundenen Ausgabe. Die barrierefreie Digitalversion ist ab sofort auf der Webseite des BVwG abrufbar.

Der zentrale Fokus liegt in diesem Jahr auf der Rechtsprechung des BVwG und ermöglicht Einblicke in ausgewählte Entscheidungen von Richterinnen und Richtern aus Wien sowie der Außenstellen in Linz, Graz und Innsbruck des vergangenen Geschäftsjahrs.

Eckpunkte aus dem Tätigkeits- und Justizverwaltungsbericht

Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Bundesverwaltungsgericht erneut einen deutlichen Anstieg der eingehenden Verfahren: Rund 30.550 neue Rechtssachen wurden registriert. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 25 % gegenüber dem letzten Geschäftsjahr. Den höchsten Verfahrenseingang gab es im Fachbereich Fremdenwesen und Asyl. An zweiter Stelle folgte der Fachbereich Wirtschaft mit rund 8.280 neuen Verfahren, wobei ein Großteil (rund 7.640) davon auf den Rechtsbereich Rundfunkgebühren entfiel. Trotz der gestiegenen Belastung konnten rund 54 % der Verfahren innerhalb der gesetzlich vorgesehenen sechsmonatigen Frist und 78 % binnen eines Jahres abgeschlossen werden. Auch im Bereich der Justizverwaltung konnten im Geschäftsjahr 2025 wichtige Reformen umgesetzt und Innovationen verwirklicht werden. So wurden etwa eine strukturelle Neuausrichtung des Präsidialbüros vorgenommen, eine neue Büroordnung sowie eine Arbeitszeitflexibilisierung und eine automationsunterstützte Zeiterfassung umgesetzt. Auf Initiative des Präsidenten wurde zudem die Einbindung der Richter:innen, beispielsweise durch die Arbeitsgruppe „Erleichterung der richterlichen Arbeit“, verstärkt.

Präsident Dr. Christian Filzwieser kritisch zu aktuellen Herausforderungen

Präsident Dr. Christian Filzwieser geht im Vorwort auf die besondere Bedeutung und Verantwortung des BVwG für den Rechtsstaat ein, betont aber gleichzeitig auch die aktuellen Herausforderungen. Diese betreffen einerseits die steigenden Verfahrenszahlen und neue Kompetenzen des Gerichts, andererseits bislang nicht umgesetzte, aber notwendige Änderungen im Verfahrensrecht und die fehlende Aufstockung von Planstellen.

„Wenn nun selbst ein moderater und genau kalkulierter Mehrbedarf mit knappem Hinweis auf Sparzwänge verweigert wird, schadet sich der Staat selbst, da durch Personalmangel langsamer werdende Gerichtsverfahren auch die Effizienz der Verwaltung negativ beeinflussen“, hält Filzwieser kritisch fest. Das BVwG tue mit hoher Expertise und großem Einsatz immer sein Möglichstes, um seiner Rolle im Rechtsstaat gerecht zu werden: „Die Verwaltungsgerichtsbarkeit des Bundes, sie ist in der Praxis erlebbar, fast jeden Tag des Jahres an den Standorten des BVwG in Graz, Innsbruck, Linz und Wien. Darauf bin ich stolz.“

Tätigkeitsbericht des Bundesverwaltungsgerichts 2025 (PDF, 10 MB)